Topic-icon Strand und Stadt von Longfall - Eine Bauanleitung

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19 Jun 2016 16:26 #22516 von Käptn Spider
Strand und Stadt von Longfall - Eine Bauanleitung wurde erstellt von Käptn Spider
Ahoi zusammen!

Wie schon angekündigt, werde ich hier versuchen eine Bauanleitung zu geben, damit ihr eine ähnlich schöne Spielplatte erstellen könnt, wie meine Frau und ich:







Seit der RPC 2016 Ende Mai sind wir zwei (Meine Frau hat hier den Usernamen Freaky Jiny) extrem verrückt nach Freebooters Fate und haben jede freie Minute unseres 2-wöchigen Urlaubs zum basteln genutzt um möglichst bald mit den ersten Spielen beginnen zu können. So wie auf den obigen Bildern ist der aktuelle Stand der Dinge und ich versuche an Hand der Fotos, die wir während der Entstehungsphase gemacht haben, euch zu zeigen wie wir was gebastelt haben.
Allerdings habe ich hier ein Sammelsurium von ca 100 Fotos von 2 Handys auf dem PC, und ich kann euch keine chronologische Korrektheit mehr garantieren. Ich versuche immer bestimmte Teile herauszunehmen und dazu etwas zu den verwendeten Techniken zu sagen.

Was für Werkzeuge wie Feilen, Kleber, Pinsel und Farben jeder Bastler verwendet, dazu werde ich mich nicht groß auslassen, das ist Jedermanns eigene Sache. Nur soviel, ich selbst verwende fast ausschliesslich Farben, Shader, Bastelzeug und Pinsel von Army Painter, nicht aus qualitativen Gründen, sondern einfach deshalb weil ich diese Sachen quasi zum Nulltarif bekommen kann und für Produkte anderer Firmen viel Geld zahlen müsste, das ich so lieber in FF Produkte investieren kann! ;)

Starten wir also am Besten von vorn mit den Basics des Plattenbaus! Ich wünsche viel Spaß beim lesen und basteln!
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19 Jun 2016 16:39 #22518 von Duese
Absolut geile Platte und Glückwunsch das du und deine Frau sich so ein schönes Hobby teilen. :woohoo:

Freue mich auf mehr so schöne Fotos. :)
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19 Jun 2016 18:35 - 19 Jun 2016 21:13 #22519 von Käptn Spider
Als Grundausstattung haben wir uns von der RPC folgendes mitgenommen:

-Starterbox Piraten
-Starterbox Bruderschaft
-Buch und Karten
-2x 4Ground Ruinen
-1x 4Ground Schmiede
-Styrodurbodenplatten
-diverses Dorfzubehör aus Resin und Zinn
-Resinfässer und Kisten

Direkt am Montag nach der RPC haben wir noch weitere Häuser von 4Ground dazu gekauft:
-2x kleine Bauernhäuser
-1x großes Stadthaus
-1x Wachturm
Die Taverne und den Galgen wollten wir ebenfalls direkt haben, diese waren jedoch gerade nicht erhältlich und wir sollten 1-2 Wochen darauf warten müssen. Sei es drum, bis dahin gibt es genug zu tun.

Ein paar kurze Worte zu 4Ground Gebäuden:
Ich finde die Qualität ausserordentlich brauchbar, auch wenn diese einen gewiss nicht niedrigen Preis erfordert.
Ich habe hier im Forum gesehen, dass Leute Gebäude selbst bauen aus Holz, da ich selbst aber den Fokus auf ganze Spielplatten legen möchte und nicht tagelang mit der Errichtung eines einzelnen Hauses verbringen möchte, habe ich den kostspieligeren Weg gewählt und Fertigmodellhäuser für unsere Platten gewählt.
Mal davon abgesehen, als ich auf der RPC Franz´ Stadtplatte mit der Taverne gesehen habe, wollte ich dieses DIng unbedingt haben! Und die Gebäude der Fantasy Realms Serie passen exzellent zum Piratenthema, von daher werde ich auch für weitere Projekte Gebäude dieser Serie bevorzugen.

Bastelutensilien:
-1x Styrodurplatte 10cm dick 120 x 60cm
-2x Styrodurplatte 2cm dick 120x 60cm
-Styrodurschneider ("Heisser Draht")
- Holzleisten in verschiedenen Stärken
-viele viele Rührstäbchen (bevorzugt bei einem amerik. Fastfood-Unternehmen erbeutet, arrr!)
-Holzleim, Sekundenkleber, Plastikkleber, Heißklebepistole
-Vogelsand, kleine Steinchen
-Bastelperlen aus Holz oder Kunststoff
-Abtönfarbe in ocker, weiss und schwarz
-Plattenmoos, Plastikpflanzen
-Moltofill (Spachtelmasse aus der Tube)
-Paketband
-Reste anderer Tabletopspiele/Bitsbox
-viiiiel Kaffee (auf Wunsch mit Rum)

I. Planungsphase:

Wichtig vor dem Losbasteln ist, dass man zumindest ungefähr einen Plan davon im Kopf hat, was man eigentlich bauen will. In unserem Falle haben wir uns aus dem FF Basisbuch die Story durchgelesen und wollten ebenfalls die Stadt Longfall bauen. Die Szenarien im Buch gehen von 120 x 120cm Fläche aus, weshalb wir uns das in 4 einzelne Platten a 60 x 60cm aufteilen wollten. Thematisch sollten die Platten verschieden sein aber dennoch zusammen passen und zugleich jede Platte das Hauptquartier einer Fraktion werden. Als weitere Armeen wollen wir uns noch die Imperialen und die Goblins zulegen, weshalb die Plattenplanung vor dem Bauen folgendermassen aussah:

-Stadtplatte mit Taverne als Piraten HQ (Häuser und Gassen)
-Strandplatte mit Wachturm als Imperiales HQ (Sandstrand mit Palmen und Ruinen)
-Hafenplatte mit Lagerhaus als Bruderschaft HQ (Holzstege, Hafengebäude, Brücken und Kanäle)
-Wasser-/Inselplatte mit Ruinenturm als Goblin HQ (Wasser mit Inseln, Ruinen und Brücken)

Die Hafen- und Wasserplatten sind noch Zukunftsmusik, da wir weder die Ruinen noch die Armeen dafür bisher haben, daher konzentrierten wir uns erst einmal auf die anderen 2 Platten und fingen an diese gleichzeitig zu planen.

Planung Stadtplatte:
Die 10cm Platte sollte die Stadt werden mit der Taverne als höchstem Punkt als Blickfang und Gassen mit Häusern über 3 Höheneben. Die 10cm sind die obere Ebene, die untere Ebene muss entsprechend der Strandplatte 4 cm dick sein und die 2. Ebene in der Mitte dazwischen bei ca 7 cm. Durch hin- und herschieben der Gebäude bestimmten wir dann so ihre Position und malten die Plätze, geplante Gassen und Treppen auf die Platten auf. Also den Styroporschneider geschnappt und in einer ziemlich unsauberen und stinkenden Aktion die nötigen Gänge grob aus der dicken Platte geschnitten. DIe übriggebliebenen Stücke haben wir nicht weggeworfen sondern später noch diverse Dinge wie die Palmenstämme oder Treppenstufen daraus geschnitzt.
Weitere Besonderheiten, die ich mir ein wenig von Franz´ Stadtplatte abgeschaut habe wie z.B. ein Platz mit einem schönen Rundpflaster, "Fake"-Eingänge in Wänden oder Torbögen aus gemauerten Steinen habe ich direkt miteingeplant und schon grob markiert, bzw.. aus Styrodur gebastelt und hinzugefügt.
Eigene Ideen vor Baubeginn waren ein "Torbogen" mit Schild zum Marktplatz, ein Wegweiser und Gullideckel aus übriggebliebenen 4Ground Fenstern. Zu Beginn wollten wir auch noch einen kleinen "klassischen" Brunnen für den Markt haben, den meine Frau in mühseliger Kleinarbeit aus Styrodur und Zahnstochern gebaut hat, der dann aber dem später entstandenen Drachenbrunnen weichen musste.
Ich wollte irgendwo auch ein kurzes Stück Weg mit Laternenpfählen und Seilen haben und habe einfach eine 0,5cm dicke Holzleiste zerteilt, sie mit Planken aus Rührstäbchen verbunden, in die Platte gesteckt und ein Stück Paketschnur als Seile und Lampenhalter angeklebt.
Die von uns auf der RPC erbeuteten Bodenplatten haben ein schönes Steinpflastermuster und wurden direkt schon als Wege und Plätze mit auf die Platte geklebt. Die Bodenplatten auf der "untersten" Ebene sind alle einzeln aufgeklebt, da dies Downtown in sehr schlechtem Zustand darstellen soll und mit viel Moos überzogen wird, welches gut in die so entstandenen Ritzen passt.
Die Treppen sind aus einzelnen rechteckigen Stücken Styrodur geschnitzt und an die entsprechenden Stellen gesetzt worden.

Planung Strandplatte:
Eine der 2cm Platten habe ich halbiert und aufeinander gelegt als Strand und aus der oberen eine Ecke für die Sandgrenze zum Wasser ausgeschnitten mit leichter Steigung. Aus einer weiteren 2cm dicken Platte habe ich 2 große Stücke ausgeschnitten die dann als Sanddünen/Berge auf die Grundplatte geklebt werden um etwas Erhöhungen und keine komplett ebene Fläche zu haben. Einer dieser Hügel sollte als "Podest" für den Turm fungieren, die andere mit einer Hausruine versehen werden. Ich wollte mindestens 3 Palmen am Strand haben (Karibik und so, ay?!) und habe dann aus Reststücken der dicken Stadtplatte Palmenstämme geschnitzt und positioniert.
Kleine Reststückchen Holz, Steinchen, Plastikstückchen habe ich grob als Strandgut entlang der Wasserlinie am Strand positioniert, welche dann später mit Tang und Moos versehen werden sollen.
Um den Strand erfolgreich von der Stadt zu trennen, bzw mit dieser zu verbinden bedarf es einer Mauer, die mindestens so hoch (10cm) wie die Stadtplatte ist und mindestens ein Tor besitzt. Die Mauer soll begehbar sein und muss daher mindestens 2,5 cm breite "Lauffläche" + Schutzwall besitzen. Daher habe ich aus der 2cm dicken Styrodurplatte einen 10cm x 60cm großen Streifen als Wall und zwei 8cm x 60cm große Streifen als begehbare Fläche abgeschnitten, zusammengeklebt und den Torbogen darin ausgeschnitten und an den Rand der Platte positioniert.

So viel zur Grundplanung der Platten, gefolgt von einigen Aufnahmen der Planungsphase:









Letzte Änderung: 19 Jun 2016 21:13 von Käptn Spider.
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19 Jun 2016 19:43 #22520 von Highn
Hammergeil! Absolut sprachlos! Danke auch für das Tut. gerne mehr!
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19 Jun 2016 20:16 #22521 von StummerWaechter
StummerWaechter antwortete auf Strand und Stadt von Longfall - Eine Bauanleitung
Schließe mich an: sehr fein!

Beim Anblick der Platte werde ich fast schwach und möchte auf den "4-Ground-Sortiment-in-den-Warenkorb-legen-Button" drücken :-P

Die Gebäude sind super in Stimmung gesetzt.
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19 Jun 2016 20:58 #22523 von Käptn Spider
II. Bauphase

Spachteln:
Nachdem nun alle Gebäude ihren festen Platz haben und die grobe Struktur von Gassen, Treppen, Mauern, Hügeln und Wasser festgelegt ist, folgen weitere wichtige Arbeitsschritte, bevor alles grundiert und coloriert werden kann.
Als nächstes habe ich mit Spachtelmasse aka Moltofill alle Ritzen, Löcher und ungewollte Spalten zugespachtelt und damit ebenso die Wellenstruktur des Wassers an der Küste erstellt. Einfach mit der Tube dicke, schlangenförmige Würste entlang des Wellenverlaufs auftragen und nur von einer Seite mit dem Finger glatt streichen. Direkt am Strandufer habe ich dicke Tropfen aus der Tube mit dem Finger aufgetragen und den Finger wieder nach oben gezogen um eine
stachelige, spritzerförmige Struktur zu erhalten.

Palmenblätter:
Danach habe ich die 3-blättrigen Blätter von Deko-Plastikhortensien genommen und mit dem Skalpell zigfach eingeritzt, so dass diese wie Palmenblätter aussehen. Ich habe etliche Plastikblumen durchsuchen müssen, bis ich diese Hortensien mit solchen Blättern, die geeignet sind, gefunden habe. Diese habe ich dann mit Heißklebe an die Styrodurstämme geklebt und dann kleine Dekoperlen als Kokosnüsse mit in die noch heißen "Bobbels" aus Heißklebe gegeben. Dann noch 2-3 vereinzelte "Nüsse" unter der Palme auf dem Boden verteilen und fertig waren somit schonmal die Palmen.

Holzsteg:
Eben bei dieser Arbeit kam mir die Idee für den Strand einen alten Holzsteg zu basteln, was dann auch direkt in die Tat umgesetzt wurde. 4 Holzleistenstückchen als Gestell und einige Rührstäbchenplanken als Gerüst sollten gut ihren Dienst dafür tun und weitere grob abgebrochene Rührstäbchen als Stegplanken komplettierten die neue Stranddeko.

Stadtmauer:
Für die Stadtmauer habe ich aus Styrodur eine Doppelflügeltür gebastelt und mit Zahnstochern als Scharniere in dem dafür vorgesehenen Durchgang befestigt. Der Durchgang selbst wurde dann mit einzelnen Mauersteinen umrandet als Verzierung. Für die Mauerstruktur wählte ich eine ähnliche wie das Untergeschoss des Wachturms: Weisser Putz, mit Rissen und Löchern, durch die gemauerte dunklere Steine zu sehen sind und habe diese Stellen auf der Mauer eingezeichnet und mit einem Messer herausgeschnitten.

Danach sah der Strand dann so aus:





Sandstrand:
Vom nächsten Schritt gibt es leider keine Fotos, ich versuche es aber zu beschreiben:
Ich habe in einem alten Tuppertopf eine Augenmaß-Mischung aus Vogelsand, kleinen Steinchen, Holzleim und ockerner Dispersionsfarbe gemacht und alles sehr sehr gut verrührt. Eine ähnliche Sauerei machte Franz auch im Tutorial-Video seiner RPC-Platte, nur hatte er noch die Geheimzutat Milchschaum. ;) Wer also sehen mag wie man so etwas zusammenschüttet, möge sich bei Youtube die RPC-Platten Tutorials von Franz ansehen!
Diesen klebrigen Brei verteilt man dann auf der gesamten Fläche die mit Sand bedeckt sein soll. Die Plätze an denen später die Ruinen und der Turm stehen sollen habe ich natürlich ausgespart und dafür später mit reiner ockerner Farbe bemalt, um einen sicheren Stand der Gebäude zu gewährleisten. DIese Sauerei erfordert wirklich eine ganze Nacht Trocknungszeit, bevor man an dieser Platte weiterarbeiten kann, also in Geduld üben, Kaffee machen und dann so lange an der Stadtplatte weitermachen. Dafür hat man nun Sand UND Grundierungsfarbe in einem Arbeitsschritt erledigt.

Holzzäune:
Für die Stadtplatte wollten wir einige Holzzäune bauen, damit nicht später alles nur nach grauer Maueroptik aussieht und haben 2 Varianten ausprobiert und beide auf der Platte verwendet.
Variante 1:
Wie schon für den Steg und auch die Laternenpfosten habe ich 2,5cm hohe Stückchen einer 0,5cm dicken Holzleiste abgesägt und im Abstand von 5 cm mit Holzplanken verbunden, zur besseren Stabiliät teilweise mit 2 oder 3 Planken pro Abschnitt kreuzweise. So ist ein "origineller" Echtholzzaun entstanden, der optisch zu den übrigen Holzteilen auf der Platte passt.
Variante 2:
Ein weiterer Holzzaun über dem Mauerabschnitt mit dem "Fake"-Tor soll für weitere Deckung sorgen.
Dieser Zaun ist aus einer 3mm dicken Styrodurplatte ausgeschnitten und nach bekannter Methode mit Struktur versehen worden, die oberen und unteren Kanten mit dem Skalpell ausgefranst und verwittert worden. Das Ganze dann einfach mit kurzen Holzstückchen als Pfosten auf der Rückseite versehen und festkleben und schon wird auch dieser Zaun der Platte hinzugefügt.





Nun ist auch die Stadtplatte bereit für die Grundfarbe und wird daher komplett mit schwarzer Dispersionsfarbe angemalt (wahlweise kann man auch Sprühlack benutzen, sollte aber darauf achten, dass dieser lösemittelfrei ist und nicht das Styrodur auffrisst!) und über Nacht zum trocknen neben die klebrige Strandplatte gestellt.
Genug für heute, morgen ist schließlich auch noch ein Tag, der verbastelt werden will. Gute Nacht und träumt von Rum und Dublonen, aye!
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19 Jun 2016 21:07 #22524 von SicRat
Bin grad ein bisschen baff :woohoo:

reicht aber als aussagekräftiger Kommentar oder? :whistle:
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20 Jun 2016 06:49 #22527 von murdock2006
Einfach toll, ich glaube da muss ich mir was abgucken^^.

Weißt du noch von wem bzw. welcher Firma du die Styrodur-Bodenplatten mit dem Kopfsteinpflaster-Muster gekauft hast? Suche auch schon länger nach so einer Möglichkeit, habe bisher nur Tapete gefunden die so in die Richtung ging.
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20 Jun 2016 07:35 #22537 von Eorl
Wow, super und Respekt erst eine Platte bauen dann spielen.

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20 Jun 2016 12:29 - 20 Jun 2016 13:44 #22538 von Käptn Spider
III. Bemalung und Bemoosung

Am nächsten Morgen nach einem großen Pott Kaffee die Spielplatten wieder auf den Basteltisch gestellt und freudig festgestellt, dass der klebrige Sandbrei komplett trocken ist und der Sand wirklich auf dem Styrodur kleben bleibt. Es war also ausreichend Leim in der Sandmischung. Zur Sicherheit die Strandplatte einmal auf den Kopf gedreht und leicht abgeklopft, damit einzelne lose Körner, die nicht geklebt haben herunterfallen. Die Grundierung der Stadtplatte ist ebenfalls getrocknet: Jetzt gehts los mit dem Bemalen, aye!

Anmerkung:
Ich bin mit Sicherheit keinerlei Experte was gute Bemalung angeht, ich gehe aber hier im Bastelforum davon aus, dass zumindest die 3 Grundtechniken Bemalen, Lasieren/Shadern zum Abdunkeln und Trockenbürsten zum Aufhellen allen bekannt sind und keinerlei Erklärungen bedürfen. Mit Sicherheit gibt es dazu schon diverse andere Themen im Forum. Von daher beschränke ich mich bei der Beschreibung auf die verwendeten Farbtöne und die benutzte Technik.
Generell bemale ich als Laie alles -von Gelände über Gebäude bis zu Miniaturen- IMMER in der gleichen Reihenfolge:
Zuest bemale ich das Objekt mit mittleren Grundfarben, danach lasiere ich um dunklere Vertiefungen zu bekommen und nach dem Trocknen helle ich die Grundfarben an den hervorstehenden Stellen mittels Trockenbürsten auf.
Selbst für einen Laien ist die Anwendung dieser 3 einfachen Grundtechniken schnell erlernt und führt zu guten Ergebnissen, also nur Mut und sich niemals einreden, man könnte so etwas nicht schaffen! ;) Learning by doing!
Niemand wurde mit dem Pinsel in der Hand geboren!

Strandplatte:

Leider hat mich dann ein 4-Stündiger Anfall von zwanghaftem Bemalen gepackt, so dass ich völlig vergessen habe, zwischendurch Fotos der Zwischenstufen zu machen, aber das sollte auch ohne bildliche Darstellung für euch machbar sein.

Sand & Weg:
Zuerst habe ich mit der ockernen Dispersionsfarbe alle Stellen am Strand zwischen dem Strandgut und an den Mauerrändern bemalt, an denen noch kein farbiger Sand war. Nach dem Trocknen habe ich etwas mittelbraune Farbe ins ocker gemischt und damit grob den dunkleren Weg zwischen den Hügeln vom Stadttor bis zum Steg aufgemalt, da dieser etwas schlammiger -weil häufiger betreten- aussehen sollte. Die schräge Kante des Strandes am Wasser habe ich ebenfalls etwas dunkler gemacht, dass es so aussieht als ob über der Wasserkante noch feuchter Sand liegt. Anschliessend das reine Ocker mit etwas Weiss und gelb aufhellen und den kompletten anderen Sand trockenbürsten um leichte Aufhellungen zu bekommen, diese können gerne auch ungleichmässig sein.

Palmenstämme, Steg & Stadtmauer:
Mit den Palmenstämmen und dem Steg habe ich dann technisch genauso verfahren: Braune Grundfarbe, dunkler lasieren und mit einem hellen braun-ocker Mix trockenbürsten. Die Stadtmauer habe ich mit weisser Dispersion angemalt, die Risse grau lasiert, die Mauersteine in den Putzlöchern dunkelgrau bemalt und hellgrau trockengebürstet.
Die aufgeklebten Mauersteine der Torumrandung wurden erst mittelgrau grundiert, dunkelgrau lasiert und danach hellgrau trockengebürstet.

Der Ozean...Unendliche Weiten:
Die Ecke mit dem Wasser erforderte von mir etwas Geduld, Übung, einige verbotene Flüche und mehrere Ausbesserungsschritte, bis ich mit dem Ergebnis endlich zufrieden war. Definitiv was für Fortgeschrittene!
Die karibische See ist meist blaugrün bis türkis und nicht einfach nur dunkelblau, da das Wasser sehr klar ist. Das führt auch dazu, dass man in Küstennähe den Boden des Festlandes sehen kann und dieser mit abnehmender Wassertiefe immer heller durchscheint. Wellen, die Richtung Strand laufen schäumen weiss auf und die Gischt ebenfalls!
"Und das soll ich jetzt alles aufmalen und darstellen??? Das schaff ich doch niemals!!!" waren meine ersten Gedanken und ich überlegte mir, dass der Übergang von blau über türkis bishin zu grüngelb am Strand fliessend aussehen muss und ich das dieses Mal nur mit flüssigen Lasuren hinbekomme. Also habe ich etwa in der Mitte der Wasserfläche mit flüssiger Türkislasur begonnen und nach und nach je weiter vom Strand weg blaue Farbe der Lasur zugefügt und direkt in das noch nasse Türkis gegeben um damit die zunehmende Wassertiefe darzustellen. Dann eine neue Türkislasur ansetzen und dasselbe nochmal mit grün und gelb nach und nach aufhellen bis man direkt vor dem Strand mit einer hellgrünen Lasur endet um ganz flaches Wasser zu simulieren. Wenn das dann alles getrocknet ist habe ich die Wellen aus Moltofill oben drauf wie Schaum weiss bemalt und am Strand die Gischt damit weiss trockengebürstet.
Das Ergebnis ist mit Sicherheit verbesserungswürdig, aber für das erste Mal bin ich damit zufrieden.
Eventuell werde ich beizeiten mal Epoxydharz besorgen und die Wasserfläche damit bestreichen, damit es auch schön glänzt und einen besseren Wassereffekt erzielt.

Unschöner, unbedachter und arbeitsaufwändiger Lerneffekt bei dieser ganzen Aktion:
Als die Farblasuren trocken waren, dachte ich mir dummerweise: "Ich habe noch glänzenden Klarlack da, mit denen ich sonst bemalte Miniaturen besprühe. Ich sprühe den Glanzlack über die Wasserfläche und habe ohne teures Epoxydharz einen tollen glänzenden Wassereffekt!". :cheer: Hätte ich diesen Gedanken doch bloss nicht gehabt und ihn in die Tat umgesetzt! In dem Moment wo ich die erste Lage Lack -dummerweise auch noch voll draufgehalten habe- über die Fläche gesprüht habe, erinnerten mich die sofort blubbernden Blasen und das schmelzende Styrodur daran, NIEMALS lösemittelhaltigen Lack zu verwenden! :blink: Leider 2 Sekunden zu spät und ich musste entsetzt mit ansehen, wie mein schöner Ozean sich innerhalb einer Stunde in eine blaugrüne, blubbernde, löchrige Kraterlandschaft verwandelt hat. Das tat richtig weh, aber Dummheit muss eben bestraft werden und ich konnte nochmal von vorne beginnen. :pinch:
Also alle Löcher wieder mit Moltofill aufgefüllt, neue Wellenwürste darauf verteilt und die ganze aufwändige blau-türkis-grün-Lasur Geschichte ein zweites Mal gemacht und hoffentlich so etwas meine Skills verbessert! ;)
Dieses Mal spar ich mir den Lack und verzichte auf glänzendes Wasser!
LASST DIE FINGER VON LÖSEMITTELHALTIGEM LACK, WENN IHR MIT STYRODUR ARBEITET!!!







Tang, Moos & Pflanzen:
Nun geht es daran das Plattenmoos sinnvoll zu verteilen. Zuerst habe ich alles Strandgut wie Steine, Seile, Planken und Geröll auf der zum Wasser liegenden Seite mit Moos beklebt, um Tang, Algen und Moos damit darzustellen. Danach habe ich selbiges mit dem Steg und der in Wassernähe stehenden Palme getan. Da wir uns in der Karibik befinden, sollte der Strand überall kleinere grüne Flächen durch Bewuchs und Pflanzen aufweisen. Die Schrägen der Hügel habe ich ringsum größtenteils mit viel Moos beklebt, da die Figuren auf den Schrägen eh nicht gut stehenbleiben würden, kleinere Aussparungen wie Wege ausgenommen. Das Moosgeflecht habe ich komplett BEVOR ich es aufgeklebt habe, mit Klarlack besprüht und trocknen lassen, damit es über die Zeit nicht allzu braun an der Luft wird. Einfach die Packung Plattenmoos aufmachen, komplett besprühen, trocknen lassen und erst dann verwenden und aufkleben. Das Styrodur wird es euch danken! ;)
Auf einige grüne Moosinseln und in Nähe der Palmen habe ich dann noch Blätter von Plastikpflanzen als Art Farne aufgeklebt. Da die 3-blättrigen Farne unten zusammen mit einem Plastikring verbunden sind, mit dem sie normalerweise auf die großen Dekoblumen gesteckt werden, habe ich kleine Löcher in die Platte gebohrt, mit Leim aufgefüllt und die Plastikblätter dort zwecks besserem Halt eingesteckt und einen kleinen "Deckel" aus Moos auf den Leim gegeben. Einige lilafarbene Plastikblüten von Dekoblumen habe ich genauso am Strand verteilt um dem Bewuchs etwas mehr Farbe zu verleihen als grün. Das Moos habe ich dann großzügig über die Strandfläche und auch die Ruinen, die ja schon überwuchert werden sollen, verteilt. Einige Stellen der Mauer zum Schluss auch noch bemoosen (ich habe vorwiegend die äusseren Mauerbereiche begrünt) und fertig ist eine üppig bewachsene Strandlandschaft!





Letzte Änderung: 20 Jun 2016 13:44 von Käptn Spider.
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20 Jun 2016 16:06 #22539 von Käptn Spider
Stadtplatte:

Widmen wir uns nun der Bemalung der schwarz grundierten Stadtplatte. Da es sich größtenteils um Mauerwerk, Steine und Pflaster handelt und man dunkler als schwarz nicht lasieren kann, haben wir hier ausschliesslich Trockenbürsten als Aufhellungstechnik verwendet. Die Bodenplatten und Mauern haben wir in 4 Stufen aufgehellt: Zuerst wird alles mit dunkelgrau, dann mit mittelgrau, als 3. mit hellgrau und ganz zum Schluss mit weiss aufgehellt. Jede Stufe beinhaltet immer weniger Farbe als die vorige, so dass danach von allen 4 Aufhellungsgrautönen etwas zu sehen ist.
Die Flächen ohne Bodenplatten, wo die Gebäude stehen haben wir nur in dunkelgrau mit einer Schicht trockengebürstet.
Diese Arbeitsschritte gingen eigentlich recht zügig und innerhalb einer Stunde schimmerte die Platte in allen möglichen Grautönen.







Holzzäune, Pfosten & Seile:
Alle Holzteile wurden mit mittlerem Braun bemalt, dann dunkel lasiert und schliesslich hellbraun trockengebürstet.
Die Seile habe ich nur mit dunkler Lasur bestrichen damit sie etwas schmutziger wirken.

Marktplatz/Rundpflaster:
Hier wurde es etwas aufwändiger. Meine Frau fand die Kanten zwischen Rundpflaster und Gullideckeln unpassend und nicht wirklich schön, also haben wir aus den altbekannten 0,5cm dicken Holzleisten einen quadratischen Rahmen um die 4 Gullideckel gezogen und die Zwischenräume alle mit Moltofill zugespachtelt, damit Rondell, Gullideckel und Holzrahmen alle eine gleich hohe Fläche bilden.





Nachdem das Moltofill getrocknet ist, haben wir die nun quadratische Marktfläche wieder schwarz gepinselt und in den oben beschriebenen 4 Stufen wieder mit grau aufgehellt. Zum Schluß habe ich noch eine quadratische 4 Felder große Mittelplatte aufgeklebt und ebenso grau gepinselt.



Bemoosung:
Nachdem nun die ganze graue Farbe getrocknet ist, geht es auch auf dieser Platte ans bemoosen. Grundsätzlich wollte ich die untere Ebene vor dem Stadttor extrem bemoosen um einen schäbigen, schlechten "Downtown"-ähnlichen Look zu erzeugen und je höher man die Stufen kommt, desto weniger Moos ist noch zu sehen, bis schließlich auf der obersten Ebene/Marktplatz kein Mos mehr auftauscht, da der Ort dort am gepflegtesten wirken soll.
Also mit Holzleim die Zwischenräume der einzelnen Downtown-Bodenplatten füllen und Moos einkleben und verteilen.
Dann etwas Moos auf die Treppenstufen, in unschöne Ritzen, an die Mauern und Holzbalken bis man ausreichend grün auf der Platte hat (oder wie bei uns dann die Packung Plattenmoos dann ist!).





Fertig bemalt und begrünt ist somit dann auch Stadtplatte.
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20 Jun 2016 16:12 #22540 von Alanthoras
Wow, und das alles erst seit der RPC.......bin echt beeindrukt. Alles sehr stimmig und gute Erklärungen zu denn Bauabschnitten. :ohmy: "Daumen hoch" :woohoo:
Falls du noch vorhast das Wasser mit Epoxydharz zu machen, unbedingt drauf achten das es ohne Lösungsmittel und für Hartschaum geeignet ist.

Respekt und grüße Alanthoras
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